Kannst du Grenzen setzen? 

Theater macht Schule

Autorin: Frau Reiling

Im Dezember…

Das Theater Tempus fugit gleiste das Forumtheater „Das ist My Space“ zum Thema Prävention von sexueller Gewalt und über Cybermobbing neu auf und war im März nach einer langen Coronapause bei den sechsten und siebten Klassen zu Gast.

Ist das noch in Ordnung?

Das junge Theater erzählte in verdichteter Form typische Situationen aller Art aus dem Leben einer peer group, die von den Kindern als „unangenehm“, „voll peinlich“ oder sogar als „pervers“ bezeichnet werden. Im Sportunterricht, beim Flaschendrehen, im Schwimmbad werden psychisch oder physisch Grenzen überschritten – und zwar hauptsächlich unter den Teenagern selbst. Sehr schnell gerät man da an einen Punkt, an dem man sich fragt. Ist das noch in Ordnung? Oder passiert hier gerade eine Situation, die mir zu weit geht? Erwachsene kommen nur in Erzählungen oder als unsichtbarer Chatpartner vor. Aber auch sie überschreiten Grenzen… Umso wichtiger ist es, die Schüler*innen stark zu machen!

Neu an der Inszenierung ist, dass die Schüler*innen noch während des Stückes eingebunden wurden und durch Handzeichen zeigen konnten, wie sie zu dem Geschehen stehen. „Alles gut“, „ich bin mir unsicher“ „wir sollten darüber sprechen“ oder „wir brauchen Hilfe von Erwachsenen“. Immer wieder wurden die Schüler*innen zu Ihrer Haltung bei den jeweilig vorgespielten Situationen befragt.

Stärkung des Einzelnen

Der theaterpädagogische Ansatz von Tempus fugit soll „vor allem die Stärkung des Einzelnen, die Sensibilisierung und die Bewusstmachung der eigenen Wünsche und Ziele, sowie das Bestimmen von Nähe und Distanz.: „Mein Körper gehört mir!“ fördern. Kinder und Jugendliche sollen lernen, wie sie eigene Grenzen klären, setzen und auch verteidigen können. Sie sollen auch erfahren, was passiert, wenn Grenzen überschritten werden, wie sie zwischen guten und schlechten Erfahrungen unterscheiden und wo sie im Einzelfall Hilfe holen und bekommen können. Dieser aktivierende Ansatz übt ein Heraustreten aus der passiven Haltung und der Isolation.“

Eigene Wünsche und Ziele

Nach der Vorführung erfolgte eine einstündige Nachbesprechungen zusammen mit den geschulten Schauspielern. Innerhalb des Gesprächs wurde aufgezeigt, welche Hilfen und Möglichkeiten es gibt, sollte es konkreten Handlungsbedarf geben. Auch wurde der Fokus auf die Stärkung der Jugendlichen gelegt. Hinzu kommt eine sich daran anschließende weitere Aufarbeitung der Thematik in den Klassen und der Einbezug im Unterrichtsfach „Soziales Lernen“.

Möglich wird dies durch die großzügige Förderung durch den Kiwanis Club, bei dem wir uns auf diesem Weg ganz herzlich bedanken möchten.

Wir sind sehr dankbar über dieses langjährige Engagement und freuen uns, das Theater Tempus fugit im neuen Jahr wieder bei uns an der Adolph-Blankenhorn GMS zu begrüßen.

Das Theater ist die tätige Reflexion des Menschen über sich selbst.

 

Novalis
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